Ketzer - Witchhunter Demo 2007

„KETZER“ aus Bergisch Gladbach [...] stehen noch ganz am Anfang ihrer musikalischen Karriere (insofern man denn auch wirklich Karriere macht), präsentieren sich aber weder als pubertierende Lausbuben noch als naiver Haufen, sondern zocken sich gekonnt wie alte Hasen durch ihr neustes und gleichzeitig schon drittes Demo „WITCHHUNTER“ dass mit drei Black/Thrash Granaten (Intro nicht mitgezählt) daher kommt und einem gleich beim ersten Hördurchgang zu fesseln vermag. Musikalisch orientiert man sich ganz klar am frühen Thrash Metal der 80iger Jahre mit schwarzgeprägter Färbung wie ihn einst SODOM in Perfektion zelebrierten, wenn auch „KETZER“ etwas melodischer zu werke gehen als ihre unverleugneten Vorbilder. Genau wie einst Angelripper & Co. schaffen es die fünf Mannen die auf so schöne Namen wie: „Infernal Destroyer“(v), „Executor“(g), „Sinner“(g), „Necroculto“(b), „Destructor“(d) hören, mit ihren Songs eine authentische düstere Grundstimmung zu erzeugen die einen immer wieder zwingt die Starttaste des CD-Players zu drücken und sich „Witchhunter“, „Crushing The Holy“ und „Poserslaughting Holocaust“ mehr als nur einmal anzuhören. Die Jungs machen also nicht nur Spaß sondern auch verdammt neugierig auf mehr ketzerisches Liedgut, es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein bis man sich einen Deal ins Bergisch Gladbach gezogen hat und ein richtiges Album auf den Markt bringt. Zu gönnen wäre es den Ketzern alle mal, da es nicht mehr allzu viele Vertreter dieser Prägung gibt. In diesem Sinne, macht weiter so!!

7/10 Punkten von mir

Fazit:

Für alle Old School Thrasher und SODOM – Fetischisten ein muss und auch Black Metaller dürfen sich hier bedenkenlos heran wagen!!!


- Metalglory.de - Hittman -


Ketzer - Witchhunter Demo 2007

Es gibt Bands, die ackern Jahr für Jahr im Untergrund, schmeißen Platte um Platte unter das hunrige Volk und vermögen trotzdem nicht den Funken zu entzünden. Ketzer sind das genaue Gegenteil. Man schieb die Demo in den Player und fühlt sich sofort daheim. Die Demo wirkt als Ganzes so unglaublich routiniert und ausgearbeitet, als würden die Jungs den ganzen Tag nichts anderes machen und das schon seit Jahren. Kein nerviges Kellergerumpel, keine endlosen schwülstigen Synthie Teppiche sondern Metal der straight nach vorne rollt. Simpel, aber dennoch ausgeklüngelt genug, um dem Höhrer unweigerlich einen in die Fresse zu geben und zum moshen zu animieren. Das ist genau das, was mir sofort an "Witchhunter" positiv aufgefallen ist: die Platte knallt einfach unglaublich rein. Da stellt man sich die Frage, wie das Ganze live wohl abgeht, wenn schon eine Studioaufnahme solche Energie und Wucht versprüht. Die EP fängt mit einem netten Intro an, Feuer prasselt und die Hexenhure bekommt ihre gerechte Strafe. Ein nettes Beiwerk und eine gute Einleitung für den "Hexenjäger". Dieser macht sich unter ordendlich dreckig, reudigem Gekeife auf den Weg. Die Drums feuern mit Highspeed durch die Gegend, unterstützt von rockigen Riffs die zum Genickbrechen einladen. Chrushing the holy ist für mich der stärkste Track der Ep. Ein schönes Stück rotziger Black/Thrash mit -zwar Klischeehaften- dennoch sehr passenden und gut auf die Songstruktur abgestimmten Lyrics. Markante Riffs und wiedermal amtliches Gebolze runden den Track ab. Der "Holocaust" wird den Jungs dann selbst ein wenig zum Verhängniss. Der Song als solches wirkt schon wie seine Vorgänger ordentlich und die vereinzelten Midtempopassagen bringen ein wenig Abwechslung ins Spiel. Was aber irgendwie in diesem Stück ein wenig untergeht ist die Stimme. Die wurde hier etwas herausgenommen und kreischt nun, für meine Begriffe, zu leise im Hintergrund. Was außerdem dieses Gequike soll, frage ich mich auch ernsthaft (lacht man in Thrasherkreisen über so was???). Festzuhalten bleibt, nichts desto trotz, dass die jungen Herren eine wirklich sehr ordentliche Demo mit einem gewaltigen Potenzial hervorgebracht haben. Einzig und allein ein bisschen mehr Variation würde ich mir für die Zukunft wünschen, da sonst bei einem Fulllength schnell die Puste raus sein dürfte. Fehlt eigentlich nur noch eine nette Plattenfirma, die die Band in ihrem Stall unterbringen mag. Was wohl nicht das größte Problem sein sollte.
So und nun schnell ne' mail an headquarter@ketzer-thrash.de und das gute Ding bestellen!!!


- enemyofgod.de - Nattram -


Ketzer - Witchhunter Demo 2007

Der objektive Teil - IppIpp recherchiert nach
Zu erst einmal will ich euch die Fakten und Tatsachen bezüglich der Band nahe bringen. Ketzer, das sind 5 junge Metalheads aus NRW, genauer gesagt aus Bergisch Gladbach, die sich dem Thrash Metal mit Black Metal Schlagseite verschrieben haben. Die aktuelle Bandzusammensetzung sieht wie folgt aus: Infernal Destroyer bringt den Gesang ins Spiel, Executor und Sinner teilen sich die Gitarrenparts, Necroculto (nicht der von Desaster!) malträtiert den Bass und Destructor trommelt wie ein Besessener. Man musste bisher auch schon einen Abgang im Bandpersonal vermelden, nämlich Drummer L.W. Die Bandhomepage heißt: http://www.ketzer-thrash.de/ Ketzer wurde im Herbst 2003 gründete und hat rein gar nichts mit den gleichnamigen, irischen NS Metallern zu tun, falls jemand auf den Gedanken kommen sollte. Bisher kann die Band schon 3 Veröffentlichungen auf seinem Konto verbuchen, dazu zählt eben jene "Witchhunter" Demo (2007) die hier besprochen werden soll, die 2005 erschienene "Solitary Warrior"-Demo und die ein Jahr zuvor veröffentlichte "The Revenge of Ketzer" Demo. Allesamt in geringer Stückzahl, in der Regel schwenkt die Zahl der Pressungen zwischen 30 und 66. Noch eine kleine Anmerkung meinerseits zu den ersten beiden Demos, denn auf eben jene variert das Logo der Band noch recht stark zur finalen Fassung, dem jetzigen Logo, welches in meinen Augen sehr gut den Geist des 80iger Jahre Thrash Metal wiederspiegelt. Aber zurück zum eigentlich Thema: Die "Witchhunter"-Demo, zumindest die Erstpressung ist auf 66 Stück limiert, wurde aber noch einmal neu aufgelegt, da die Nachfrage das Angebot stark überbot. Die Lieder auf der zu letzt veröffentlichten Demo hören auf jene klangvollen Namen. Begonnen wird mit dem obligatroischen "Intro", das genau eine Minute geht. Es folgt der Titelsong mit 3 Minuten und 54 Sekunden. Als weiteres erscheint das Lied "Crushing the Holy" mit 4:33 Minuten auf der Bildfläche und den Abschluss bildet "Poserslaughting Holocaust" mit 04:51 Minuten. Das macht insgesamt eine Gesamtspielzeit von 14:18. Neben der CD gab es beim Kauf einen weißen Pin mit schwarzem Logoschriftzug dazu und ein Textblatt in Orange, das alle Texte der dritten Demo enthält. Textlich geht's allen voran um die altbewährte Hölle, ums Christentum, um die Inquisition, Krieg und Satan. Alle Lieder auf der "Witchhunter"-Demo werden der Öffentlichkeit zum ersten Mal in dieser Form präsentiert, abgesehn von Live-Auftritten, aber auf CD bzw Tape war vorher noch keines gebannt. Bisher spielte die Band auch schon mit Infernäl Death, Hellish Crossfire, Zarathustra, On Horns Impaled, das dürfte auch schon als kurzer Überblick genügen um zu wissen wohin es musikalisch geht. Das aktuelle Label der fünf Jungs ist das deutsche "Kneel Before The Master's Throne". Noch einige abschließende Worte zum Cover. Zu sehen ist ein Henker in Schwarz / Weiß, der eine Axt in der Hand hält. Auf den ersten Blick nicht sonderlich anspruchsvoll, wenn man Photoshop-Arbeiten gewohnt ist, aber ich liebe es! Es kann nicht genug handgemalte Covers geben und da dieses sogar von einem Bandmitglied stammt, ist es noch einen Ticken besser.

Der subjektive Teil - IppIpp hört rein
Aber erst einmal will ich euch kurz berichten, wie ich auf Ketzer gestoßen bin. Über ein Forum, bekam ich nämlich Wind von den fünf jungen Recken. In eben jenem Forum wurde ein neuer Thread aufgemacht samt Verlinkung zu Myspace. Ein Lied gehört und schwups die bubs war schon die eMail geschrieben mit dem Demo als Betreff. Relativ flott, ich glaube ich habe nicht einmal eine Woche warten müssen, da war die CD schon in meinen Händen und der Spaß ging los. Also CD eingelegt und auf geht's!
Intro Man hört Feuer knistern und eine Frau schreien (ich glaube, das ist sogar die gleiche Frau wie auf dem Journey…"-Album von Helheim, bin mir aber nicht 100% sicher), die vertonte Hexenverbrennung. Schon einmal der erste Hinweis auf die lyrische Ausrichtung. Unterlegt ist das Szenario von einer einzelnen Gitarre, die einsam ihr Lied spielt, ein sehr einfaches Lied das dem gedanklichen Bild aber sehr zu Nutze kommt. Ein Blitz beendet nach genau 60 Sekunden das instrumentale Stück.
Witchhunter Die E-Gitarren brettert los, das Schlagzeug pocht, Inferal Destroyer beginnt seine ketzerischen Ansagen. Die Marschrichtung für die Band in den nächsten 13 Minuten ist gelegt. Bereits das Lead-Riff in diesem Lied macht deutlich, hier wird Black/Thrash im Fahrtwasser von Nocturnal, Exodus und Desaster gespielt ohne allerdings ansatzweise altbacken zu klingen, dazu kocht in den jungen Adern auch zu sehr das Blut. Besungen wird der Hexenjäger samt seinen Verbrechen bzw. Gefälligkeiten gegenüber der Kirche. Der Liedtext hat auch schon leichten Ohrwurm-Charakter, passend dazu ein Riff das im Ohr hängen bleibt.Im Mittelteil steigert sich die Gitarre sogar und erklimmt förmlich im Solo einen Berg indem es sich kreisförmig nach oben windet. Klingt jetzt sicherlich bizarr, aber wenn man es hört, weiß man was ich meine.
Crushing The Holy Beginnt Bangerfreundlich mit simplen Takt und nicht zu schnell, nachdem die Gitarren ihr kurzes Intermezzo hatten, leitet ein "Bah!" vom Sänger wieder in das pfeilschneller Thrash-Gewitter von Ketzer ein. In diesem Lied donnert das Schlagzeug noch einen Zacken brachialer und die Texte werden "Mit-Schrei-Freundlicher", wenn ich mal eine Wortneuschöpfung einbringen darf. Der Songtitel passt wie die Faust aufs Auge, wenn man dem Schlagzeug lauscht, da sollte sich kein Heiliger in den Wege stellen.Recht unerwartet endet der Song nach 4 Minuten und 35 Sekunden. Dafür, das das erst eine Demo ist, sind das schon verdammt professionelle Klänge, vom spielerische Können und der Produktion her. Alles klar und verständlich (aber keine dieser OP-Raum-Sterilitäten!) und dennoch roh und unverfälscht und druckvoll nach vorn.
Poserslaughting Holocaust Nicht von fern kommt der Vergleich mit dem Frühwerken von Exodus und ihrer "Good Friendly Violent Fun"-Einstellung, wie man unschwer an diesem Titel sehen kann. Der Infernal Destroyer packt ein weiteres Mal zu seinem dämonischen Gekeife die hohen Schreie (Paul Baloff, irgendwer?)aus und punktet somit bei mir. Das Beste zum Schluss, dachten sich wohl auch Ketzer als sie diesen energiereichen Ohrwurm auf die Demo brannten, das Highlight dieser Veröffentlichung. Der Songtitel wird oft genug während der Laufzeit des Liedes gespielt um sich problemlos im Ohr festzusetzen und dort zu verharren.

Der erweitere Teil - IppIpp fragt nach
Ich habe die Gelegenheit auch gleich genutzt und den Jungs einige Frage zur Demo selbst gestellen, damit ihr noch ein paar weitere Hintergrund-Informationen bekommt.
IppIpp: Erstmal muss ich dir zu der großartigen Demo gratulieren. In diesem Jahr habe ich bisher wenig gehört, das mich im Thrash-Bereich ähnlich mitgerissen hat. Wie verliefen die Aufnahmen zu eurer dritten Demo? Das Ganze klingt auch schon recht professionell in meinen Ohren. Infernal Destroyer: Vielen Dank, die Aufnahmen zur Witchhunter Demo liefen zu Beginn sehr schleppend, da wir Probleme hatten, die Termine günstig zu legen. Aufgenommen haben wir die drei Stücke innerhalb einer Woche, nur der Bass wurde einige Zeit später aufgenommen. Das Mastering und Abmischen dauerte allerdings länger als erwartet. Da wir alle noch die Schulbank drücken, hatten wir auch nicht jeden Tag Zeit, uns ins Studio zu begeben und dort an den Liedern zu arbeiten. Das Intro zur Demo entstand deshalb auch nicht im Studio, sondern am heimischen Computer. Mit den Stücken und dem Sound sind wir im Endeffekt jedoch sehr zufrieden, was sicherlich auch an der guten Zusammenarbeit mit den Technikern des Q1-Studios liegt. Es gibt auch schon aktuelleres Material, das nächste Release wird also nicht lange auf sich warten lassen, egal, ob es wieder eine Demo oder diesmal ein volles Release werden wird. IppIpp: Ist eure Demo noch zu haben oder sind alle Kopien bereits unters Volk gebracht? Infernal Destroyer: Die Demo ist immer noch bei uns zu bekommen, und solange eine Nachfrage besteht, werden wir sie in der nächsten Zeit auch noch weiterverkaufen! Die ersten 66 Stück mit Button und Textblatt sind zwar ausverkauft, aber wir haben noch 60 Stück machen lassen (ohne Button). Bestellungen an: headquarter@ketzer-thrash.de! Allerdings kann man sich getrost gedulden, da 2008 die Witchhunter Demo auch als 7" EP erscheint. (Anmerkung von IppIpp: Mittlerweile ist selbst die Nachpressung ausverkauft!) IppIpp: Wenn man sich die Texte der "Witchhunter" Demo anschaut, sticht das Thema "Hexenverfolgung" u.a hervor, was inspiriert dich daran? Infernal Destroyer: Die Inquisition und besonders die Hexenverbrennung ist ein höchst interessantes Thema. Die Brutalität und der unglaubliche Hass, der in der damaligen Zeit existierte, hat mich fasziniert. Nicht nur die Art, wie den Ketzern damals buchstäblich "die Hölle heiß gemacht" wurde, sondern auch der Grund für die vorherrschende Angst und Wut, die seine Opfer forderte. Fakt ist jedenfalls, dass das Zeitalter der Inquisition eine Ära voller Mord, Tod und Folter war. Ideale Voraussetzung für einen Demo-Titel und auch für Textthemen. Gerade der Titel mag sehr nach Klischee und vielleicht auch ausgelutscht klingen, aber das ist es doch, worum es geht, oder?
Ketzer sind mittlerweile auch schon auf Myspace vertreten, der Link ist folgender: http://www.myspace.com/ketzerband . Fazit: Das dritte Demo ist großartig und ich prophezeie der Band eine große Zukunft und sie werden in einigen Jahren sicherlich ein Haufen Geschichten zu erzählen haben.


- Metal Guardian - IppIpp -